Fotoreporter Poveda in San Salvador ermordet

Seine Reportagen gingen um die Welt. Wie französische Medien nun berichten, wurde Christian Poveda Anfang September in San Salvador auf der Straße erschossen

Poveda hatte zahlreiche Reportagen für Blätter wie Paris Match, Stern, Bunte, New York Times und El Pais gemacht. Zusätzlich arbeitete er als Berichterstatter in Kriegen in Iran, Irak und dem Libanon. Zuletzt hatte er sich auf das Drehen von Dokumentarfilmen konzentriert. Ob die Tat mit seiner Arbeit zusammenhängt oder er einem gewöhnlichen Verbrechen zum Opfer fiel, war zunächst unbekannt.

 

Wie die New York Times berichtet, reagierte Präsident Mauricio Funes mit Bestürzung auf die Bluttat. Der salvadorianische Minister für öffentliche Sicherheit habe umgehend versichert, die Polizei werde "unermüdlich" nach den Tätern suchen.

Die Polizei in El Salvador hat nach dem Tod des französischen Dokumentarfilmers Christian Poveda einen Verdächtigen festgenommen.

Wie die Behörden am Donnerstag mitteilten, gehört der Verdächtige zur Straßenbande Mara 18. Poveda hatte in seinem letzten Film das Leben von Mitgliedern der Bande gezeigt, die nach der Verbüßung von Strafen in den USA wieder nach El Salvador abgeschoben worden waren.

 

Poveda, der in El Salvador lebte, hatte sich in seinem jüngsten Dokumentarfilm La Vida Loca kritisch zu der schweren Polizeioffensive gegen Gangmitglieder im Land geäußert. Sie ignoriere die sozioökonomischen Umstände, die junge Menschen in die Kriminalität trieben. Am Tag seines Todes wollte er ein Treffen von weiblichen Bandenmitgliedern mit einem französischen Modemagazin vereinbaren.


QUelle: Die Zeit online, Tiroler Tageszeitung

Aktualisiert: 30.12.2009