Zahl der Morde auch 2008 ungebrochen hoch

92 von 100.000 jungen Menschen werden jährlich Opfer von Gewaltverbrechen. Allein in der Weihnachtswoche wurden 60 Menschen ermordet. Insgesamt wurden nach Angaben der Polizei im Jahr 2008 3.136 Menschen getötet, mehrheitlich mit Feuerwaffen.


Eine kürzlich veröffentlichte brasilianische Studie über die Mordrate in der Gruppe der 15 bis 24-Jährigen kommt zu alarmierenden Ergebnissen. In diesem Bereich ist Lateinamerika weltweit „führend“.  In Lateinamerika ist für Jugendliche und junge Menschen das Risiko ermordet zu werden 30 Mal so hoch wie in Europa. Die erschreckendsten Zahlen weist El Salvador auf, wo 92 von 100.000 jungen Menschen jährlich Opfer von Gewaltverbrechen werden. Im Vergleich dazu beträgt die Mordrate in Kolumbien 73,4, in Guatemala 55,4 in Brasilien 51,6%, in Südafrika 16,6, in Griechenland 0,5 auf 100.000 Einwohner.
Wesentliche Ursache dafür ist laut der Studie die starke Präsenz von gewalttätigen Jugendbanden.  Die Länder mit den höchsten Raten an ermordeten Jugendlichen weisen auch die höchste Zahl an Morden allgemein auf. Mit 48,8 Morden auf 100.000 Menschen liegt auch hier El Salvador an der Spitze.

 

Zahl der Morde steigt wieder an
Im November ist die Zahl der Morde in El Salvador wieder gestiegen. Bis zum 23. 11. wurden nach Angaben der Nationalen Zivilpolizei 230 Menschen ermordet.  70% dieser Morde gehen laut Polizei auf das Konto von Jugendbanden (“maras”). Ein Beispiel für die jüngste Gewaltwelle im Land sind Übergriffe auf Buschauffeure und Schaffner. Erpresser haben Busse verbrannt und Fahrer getötet, um ihren Forderungen nach einem Schutzgeld von 1000 $ für die Fahrt durch ihr Territorium  Nachdruck zu verleihen. Präsident Saca hat die Busbetreiber aufgefordert, kein Schutzgeld zu bezahlen, sondern die Erpresser bei der Polizei anzuzeigen. Allerdings ist deren Vertrauen in die Behörden nach Jahre langen Versagen, die Sicherheit der privaten Busbetreiber zu garantieren, nicht allzu groß.

 

Gewaltverbrechen als großes Problem
Legt man die gesunkene Einwohnerzahl laut letzter Volkszählung zugrunde, ist die Mordrate sogar noch höher.  Morde und Gewalt beschäftigen das Land und seine Regierung seit dem Ende des Bürgerkriegs 1992. Nach 2004 eskalierte die Zahl auf durchschnittlich 13 Morde täglich. Die folgenden Jahre verzeichneten einen  Rückgang. Für 2008 rechnet man wieder mit durchschnittlich 8 Morden pro Tag. Die Regierung Saca hält sich zugute, dass es ihr gelungen sei, den Trend umzukehren, dass es aber wenig Grund gäbe, mit der Situation zufrieden zu sein. Immerhin wurden während seiner viereinhalbjährigen Amtszeit mehr als 16.000 Menschen ermordet. Trotzdem verweist Saca auf die Erfolge der Exekutive bei der Bekämpfung der Morde, wobei die Strategie der Regierung vor allem auf Repression gegenüber den Banden ("maras", "pandillas") setzt. Damit gewann die Rechte in der Vergangenheit Wahlen und konnte erfolgreich darüber hinwegtäuschen, dass Polizei und Justizapparat korrupt und ineffizient arbeiten und eigentlich die Kultur der Straflosigkeit das zentrale Problem darstellt.

Gewalt und Morde sind auch ein wirtschaftliches Problem. Auf mehr als 2 Mrd. Dollar oder 11% des Bruttoinlandsprodukts werden die wirtschaftlichen und sozialen Kosten der Gewalt im Land geschätzt.

 

Ein schweres Erbe für eine neue Regierung

Die Menschen El Salvadors setzen ihre Hoffnung jetzt auf Funes und die FMLN. Funes hat versprochen, die Kriminalität durch Prävention und Programme für Jugendliche sowie durch die Schaffung von Arbeitsplätzen zu bekämpfen. Auch der Kampf gegen die Korruption steht auf seiner Agenda. Allerdings übernimmt er ein schweres Erbe. Ein kurzfristige Lösung ist nicht zu warten.

 

Tasa de homicidios con base en censo de 1992

Año

Habitantes

Homicidios

Tasa (100 mil hab.)

2004

6757408.000

2933.000

43.4

2005

6874926.000

3812.000

55.45

2006

6990658.000

3928.000

56.19

2007

7104999.000

3497.000

49.13

2008 (Enero a Abril)*

5,744,113**

1023.000

53.43

*Con base en censo de 2007

**Población correspondiente a mayo de 2007

 

 

 

 

Cálculos con base en el censo de 2007

2007

5744113.000

3497.000

60.9

 

Quelle: elfaro; La Prensa Grafíca; 2001.com

Aktualisiert: 1.6.2009