Hurrikan Ida

An die 200 Menschen starben am ersten Novemberwochenende in El Salvador, als der Hurrikan Ida über den zentralamerikanischen Kleinstaat hinweg zog. Sie wurden von Fluten mitgerissen oder von Erdrutschen verschüttet. Außerdem  werden weitere 60 Personen vermisst, es wurden 3.500 Wohnhäuser zerstört bzw. beschädigt, 108 Hangrutschungen ausgelöst und 24 Brücken weggerissen. Insgesamt schätzt man, dass 13.500 Familien von den Auswirkungen des Hurrikans betroffen sind. Präsident Mauricio Funes rief deshalb noch am Sonntagabend den nationalen Notstand aus.

 

Ida war über Nicaragua schon zum tropischen Tief heruntergestuft worden, gewann dann aber noch einmal an Kraft. Seit dem Hurrikan Mitch, der vor elf Jahren in Zentralamerika über 10.000 Tote zurückließ, hat es in El Salvador nicht mehr so geregnet. Damals waren innerhalb von drei Tagen 600 Millimeter Niederschlag gefallen. Ida brachte in 24 Stunden 355 Millimeter Niederschlag. Gut 80 Prozent davon fielen innerhalb von nur drei Stunden in der Nacht von Samstag (7.11.) auf Sonntag (8.11).

Besonders betroffen von den Auswirkungen der Niederschläge sind die Provinzen San Vicente, La Libertad, Zacatecoluca, La Paz und San Salvador. Der Gemeindebezirk Verapaz wurde durch eine Mure, die sich vom Vulkan Chinchotepeque löste, vollkommen zerstört (siehe Fotos). Unser Projektpartner – Fundahmer – berichtete uns ausführlich über die Situation in ihrem Projektgebiet. Die westlichen Dörfer von La Libertad haben wenig Schaden erlitten. Grund dafür ist, dass die gebauten Staumauern nach dem Hurrikan Stan (2005) und Wohnhäuser nach dem Erdbeben 2001 gehalten haben.

Beide Infrastrukturmaßnahmen wurden damals von Fundahmer gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung errichtet. Viele andere Dörfer in La Libertad berichten von schweren Infrastrukturschäden an Straßen, Häusern und der Wasserversorgung. Teilweise sind sie von der Außenwelt abgeschnitten und noch nicht erreichbar. In den Provinzen La Libertad, San Vicente und Morazan wurde die Bohnenernte vollkommen zerstört, darum wird in den kommenden Monaten die Gefahr einer Hungersnot befürchtet. Aus San Salvador und Morazan werden neben den Ernteverlusten leichte Infrastrukturschäden berichtet.

Der Hurrikan zog von El Salvador quer über die mittelamerikanische Landbrücke in den Südosten von Mexiko. Auch in Nicaragua und Guatemala hat Ida Überschwemmungen und Erdrutsche ausgelöst. Tote wurden aus diesen Ländern bisher nicht gemeldet.

Quelle: dka

 

Aktualisiert: 30.12..2009