Maras machen Funes Gesprächsangebot

Die beiden größten in El Salvador operierenden Banden (maras), die  "Mara Salvatrucha" (MS) und die  "Mara 18" machten Präsident Funes wenige Tage vor seiner Amtsübernahme ein Dialogangebot, das ein Ende der Gewalt ermöglichen soll. Veröffentlicht wurde dieses Kommunique von FESPAD, einer NGO, die m Bildungs- und Rechtsbereich tätig ist.

Verfasst wurde von Personen aus den Reihen der Banden unter ausdrücklichem Hinweis auf die neue Regierung. „Wir möchten dem Präsidenten sagen, dass auch wir die Hoffnung haben, dass Schritte eingeleitet werden, die Spielräume für die Lösung der Gewaltproblematik eröffnen, auch wenn dies schwierig scheint“, heißt es im Text.

Die Verfasser  betonen, dass die Banden an einem Dialog interessiert seien, um zu beweisen,  „dass es intelligentere Formen zu Lösung von Problemen gibt“. Sie seien auch bereit, sich die Vorschläge von Funes anzuhören.  „Wir ersuchen ihn, einen Dialog einzuleiten, um Mechanismen zu finden, die es beiden Banden ermöglichen sich daran zu beteiligen und Vorschläge einzubringen.“

Derzeit werden in El Salvador im Schnitt 10-12 Personen täglich ermordet. Dazu kommt noch eine große Zahl von Erpressungen und Raubüberfällen – Delikte, die von den Sicherheitskräften meist den Banden zugeschrieben werden.

Ex-Präsident Antonio Saca, setzte bald nach seinem Amtsantritt seinen „Plan Súper Mano Dura" (Plan der extra starken Hand) in die Praxis um, um das Bandenwesen zu bekämpfen. Er setzt damit mit schärferen Mitteln die wenig erfolgreiche Politik seines Vorgängers Francisco Flores fort.
Die lokalen Sicherheitskräfte und das FBI, die bei der Bekämpfung der Bandenkriminalität zusammenarbeiten, werfen diesen Gruppen auch  Verbindungen zu organisierten Kriminalität in Zentralamerika, Mexiko und den USA vor.

Die Mitglieder der Mara Salvatrucha und der Mara 18 behaupten, die scheidende Regierung wollte die dem Bandenwesen zugrundeliegenden Probleme unter den Teppich kehren, alle ins Gefängnis schicken ohne Wurzeln des Problems zu lösen.

„Wir werden ohne große Hoffnung auf minimale Lebensbedingungen und ohne Chancen, uns als Kinder zu entwickeln geboren, wir wachsen mit Gewalt auf, ohne Bildung, Gesundheitsversorgung und ohne wirtschaftliche Sicherheit“, heißt es in dem Dokument der Banden. Daher fordern sie eine Veränderung der Bedingungen, unter den vielen Jugendliche heranwachsen und sich dann den banden anschließen.

Die Banden dementieren ausdrücklich, dass sie Funes sechs Monate Zeit geben würden, echte Lösungen zu suchen, was einige Medien unter Berufung auf einen Brief verbreitet hätten, den ein führender Kopf der Banden aus dem Gefängnis geschickt hätte. In diesem Brief wird außerdem eine Verschärfung des Bandenkrieges angedroht.

„Wir wissen, dass es nicht möglich ist, das Problem kurzfristig zu lösen“, heißt es weiter, „Aber wir möchten unsere Bereitschaft bekunden, dass wir uns an der Erarbeitung von Lösungen beteiligen wollen“. Die Verfasser betonen auch, dass sie nicht Straffreiheit für die begangenen Verbrechen wollen, möchten aber faire Verfahren, in denen die Verbrechen abgehandelt werden.

Quelle: adn

Aktualisiert: 30.5.2009