Basisdaten:

 

Einwohner: 6,822 Mio.
Fläche (km²): 21.041
Städte: San Salvador, Nueva San Salvador (Santa Tecla), Delgado, Santa Ana, San Miguel, Apopa
Hauptstadt:  San Salvador 510.000 Einw.
Staatsform: Präsidialrepublik seit 1983 - Verfassung von 1983 - Nationalversammlung (Asamblea Legislativa) mit 84 Mitgl., Wahl alle 3 J. - Direktwahl des Staatsoberh. alle 5 J. (keine Wiederwahl) - Wahlpflicht ab 18 J.
Verwaltung: 14 Departamentos
Staatsoberhaupt und Regierungschef: Mauricio Funes (FMLN), seit 1.6.2009

Diplomatische Vertretung in Österreich:
BOTSCHAFT DER REPUBLIK EL SALVADOR

Prinz Eugen Strasse 72

1040 Wien Österreich

Tel.: (+43 1) 2634 103

Parteien: Wahlen vom 18. 1. 2009
Alianza Republicana Nacionalista / ARENA 32 (34)
Frente Farabundo Martí para la Liberación Nacional / FMLN 35 von 84 Sitzen (2003: 34)
Partido de Conciliación Nacional / PCN 11 (10)
Partido Demócrata Cristiano / PDC 5 (6)
CD (Demokratische Wende) 1 (2)

 

Gewerkschaftsverbände:

CNTS - Confederación Nacional deTrabajadores Salvadorenos; ca. 60.000

CGS - Confederación General de Sindicatos; ca. 50.000

CSTS - Confederación Sindical des Trabajadores de El Salvador; ca 13.000

CUTS - Confederación Unitaria de Trabajadores Salvadorenos; ca. 10.500

 

Wichtigste Medien:

1 staatliche und 7 kommerzielle Fernsehgesellschaften (großteils von der Rechten kontrolliert)

2 kirchliche Fernsehsender

6 private Tageszeitungen, davon vier landesweit (bis auf eine von rechten Interessengruppen beherrscht)

1 staatliche und ca. 100 private Rundfunkstationen


Währung: US-$, Landeswährung seit 2001

Bruttoinlandsprodukt: 22,4 Mrd (2008, geschätzt)

Bruttoinlandsprodukt (2008 je Einwohner): 1930$

Anteil am BIP (in %): 2001
Landwirtschaft: 10%
Industrie: 30%
Dienstleistungen: 60%

Inflation (2007): 4,7% (2008 höher)

Erwerbstätigkeit: 2004
Landwirtschaft: 19%
Industrie: 24%
Dienstleistung: 57%
Arbeitslosenrate (2006, offiziell): 7%, hohe Unterbeschäftigung
Inflation 2004: 4,9%; derzeit höher

Exportgüter: 5% Kaffee, , 2% Zucker, 46% Textilien (Maquila), Shrimps, Baumwolle
Haupthandelspartner USA (61%), Guatemala (12%)

Sozialdaten:
Flüchtlinge/Migranten (Ende 2002): 203.000 in den USA; 3,4 pro 1000 Einwohner
Lebenserwartung (2008): 72 Jahre
Anzahl der Geburten (pro 1000 Einw.) (2008): 25,7

Anzahl der Geburten pro Frau: 3,04
Anzahl der Todesfälle (pro 1000 Einw.) (2008): 5,5
Säuglingssterblichkeit (2008): 2,2%
Kindersterblichkeit (2003): 3,6%
Jährliches Bevölkerungswachstum (2008, Schätzung): 1,7%
Analphabetenrate (2001): männlich 18%, weiblich 23%

Anteil der Bevölkerung unter der Armutsgrenze (2006): 30,7%
Städtische Bevölkerung (2003): 63,5%
Bildungsausgaben in % des BIP (2002): 2,9

 

Umwelt

"Land der Vulkane", häufig Erdbeben; Hurricans und schwere Regenfälle; Überschwemmungen und Erdrutsche; Abholzung, Erosion, Wasserverschmutzung; Übernützung des Bodens; aktuell: Bergbau und Projekte für Wasserkraftwerke im Norden des Landes.

 

Chronik
Gewaltkriminalität und Jugendbanden

Jährlich 55 Morde auf 100.000 Einwohner (Spitzenposition in Lateinamerika). 2006 wurden nach Polizieangaben 3600 Morde verübt. Für viele Morde und Gewalttaten werden Jugendbanden (entstanden seit den 1980er Jahren) verantwortlich gemacht. Nach Regierungsschätzungen liegt Mitgliederzahl bei 25.000. Grenzübergreifende Zusammenarbeit und die Politik der "harten Hand" ("Mano dura") haben bisher zu keinen Erfolgen, aber zu vpöllig überfüllten Gefängnissen geführt, in denen es immer wieder zu Revolten und Aufständen kommt. Ein völlig überfordertes Justizsystem und Straflosigkeit für Verbrechen der Vergangengeit und der Gegenwart) werden vor allem von Menschenrechtsorganisationen immer wieder kritisiert.

Auswanderung

Angesichts der wirtschaftlichen und katastrophalen Sicherheitslage verlassen immer mehr Menschen das Land. Bei einer Einwohnerzahl von 6,6 Mio. leben 2,6 Mio. Salvadorianer legal oder illegal im Ausland, meist in den USA. Die Massenauswanderung schadet der Binnenwirtschaft und hat die Außenbeziehungen des Landes dramatisch verändert. Stammten 1978 noch 80% der Deviseneinnahmen aus dem Export von landwirtschaftlichen Gütern (Kaffee, Zucker, Baumwolle) kommen heute 70% der Einnahmen aus den Geldrücksendungen der im Ausland lebenden Salvadorianer (3,3 Mrd. $ 2006). 1998 waren es nur 1,3 Mrd. Wegen der Wirtschaftskrise gingen die Auslandsüberweisungen 2009 um bis zu 10% zurück.


Aufarbeitung der Vergangenheit
Ein US-Bundesgericht in Kalifornien befand am 3.9.2004 den ehemaligen Luftwaffenoffizier Alvaro Rafael Saravia Merino der Mitwirkung an dem Attentat auf Oscar Arnulfo Romero, den Erzbischof von San Salvador, im März 1980 für schuldig und verhängte die Zahlung einer Entschädigung von 10 Mio. US-$. Das Attentat auf den Erzbischof, das mit zum Ausbruch des 12-jährigen Bürgerkriegs mit rund 70000 Toten beigetragen hatte, belebte die Diskussion eines 1993 erlassenen Amnestiegesetzes für vor 1992 begangene politische Verbrechen wieder. Im November übernahm der erste linke Präsident El Salvadors, Mauricio Funes für sein Land die Verantwortung für den Mord an Romero. Bei der Interamerikanischen Menschenrechtskommission versprach er eine Neuaufnahme des Verfahrens und Entschädigungen für die Angehörigen. Den ermordeten Jesuiten überreichte am 20. Jahrestag der Morde posthum die höchste Austeichnung des Landes. Im Fall der Jesuiten ist ein Gerichtsverfahren in Spanien anhängig. Kürzlich feigegebene Geheimdienstdokumente aus den USA werfen ein neues Licht auf die Mitverantwortung hoher Militärs und Regierungsfunktionären sowie die Mitwisserschaft von US-Stellen.

Quelle: Fischer Weltalmanach 2009; CIA Fact Book

Aktualisiert: 17.7.2010