Neuer Erzbischof von San Salvador ernannt


Papst Benedikt XVI. hat den 49jährigen Jose Luis Escobar Alas am Samstag zum neuen Erzbischof der Hauptstadt San Salvador ernannt. Seit sechs Jahren war Escobar Alas zunächst Weihbischof und dann Bischof von San Vicente. Damit wird er Nachfolger vom Fernando Saenz Lacalle von der Personalprälatur Opus Dei. Saenz Lacalle war seit 1995 Oberhirte von San Salvador.  Seine Nominierung war seinerzeit äußerst umstritten und galt als Signal des Vatikans gegen die Theologie der Befreiung und gegen die Jesuitenuniversität UCA.
Zu den Vorgängern des neuen Erzbischofs zählt der 1980 ermordete Erzbischof Oscar Arnulfo Romero. Escobar Alas wurde 1959 in Suchitoto in der Provinz Cuscatlán geboren. Er studierte in seinem Heimatseminar und in Mexiko und wurde 1982 zum Priester für die Diözese San Vicente geweiht. 2002 wurde er zum Weihbischof, drei Jahre später zum Bischof der Diözese San Vicente geweiht.

Als einer der möglichen und eigentlich logischer Nachfolger von Saenz Lacalle galt Weihbischof Rosa Chavez, der schon unter Romero tätig war. Er hatte aber im Vorfeld immer wieder betont, dass jeder Priester der neue Erzbischof werden könne. Rosa Chavez hat sich als Vermittler in Konflikten und Menschenrechtsangelegenheiten großen Respekt erworben. Er sieht sich in der Tradition Romeros und Rivera y Damas und steht für eine sozialpolitische Verantwortung der Kirche.
Saenz Lacalle führte die Erzdiözese 13 Jahre lang. In den letzten beiden Jahren trat er immer wieder gegen die Auswirkungen  des Bergbaus auf Mensch und Natur auf. Am 23. 12. stellte Erzbischof Saenz unmissverständlich fest: "Die Gesundheit der Menschen darf nicht den Interessen der Minenbesitzer geopfert werden. 97 Prozent der Gewinne der Bergbaugesellschaften gehen ins Ausland, nur drei Prozent bleiben im Inland, aber das Zyankali vergiftet unseren Boden zu 100 Prozent".  Er folgte Monseñor Rivera y Damas, der sich als unmittelbarer Nachfolger Romeros unermüdliche für Menschenrechte, Dialog und Frieden einsetzte.

Der neue ernannte Erzbischof gilt als Mann des Gebets ung der Gerechtigkeit, er unterstützte die soziale Arbeit in seiner Diözese, legt aber gleichzeitig großen Wert auf Evangelisation im Sinne der christlichen Soziallehre. Er steht traditionellen Laienbewegungen wie „Lumen El Salvador“ nahe. Er gilt als loyal gegenüber der Hierarchie und traditionellen Werten der Kirche und sprach sich wiederholt gegen die Scheidung aus. Vor einigen Monaten nahm er an einem internationalen Seminar teil, das von der Prelatur Santa Cruz und Opus Dei organisiert wurde. Er vertrat sein Land bei der lateinamerikanischen Bischofkonferenz CELAM.  
Der neue Erzbischof wird sein Amt offiziell am 14. Februar übernehmen. Seine Ernennung fügt sich durchaus in die Personalpolitik des Vatikans und gilt wohl auch als Signal gegen die Befreiungstheologie.

 

Quellen: Radio Vatikan, El Diario de Hoy, Diario Co-latino
Aktualisiert: 1.6.2009